Was ist CBD (Cannabidiol)?

Cannabidiol, ein vielseitiger Wirkstoff aus der Hanfpflanze

Cannabidiol ist ein natürlicher Wirkstoff, der in den Hanfpflanzen Cannabis Sativa und Cannabis Indica enthalten ist. CBD ist der Gruppe der Cannabinoide zuzuordnen, welche über die chemische Struktur von Terpenphenolen verfügen und ausschließlich in der Cannabispflanze auftreten.

Hanf zählt zu den ältesten Nutzpflanzen, die seit Jahrtausenden kultiviert werden. Ihre Fasern bieten einen wesentlichen nachwachsenden Rohstoff, der zu Papier, Dämmstoffen für die Bauwirtschaft und Textilien verarbeitet wird. Cannabispflanzen sind als Rauschmittel sowie zur Herstellung von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln bekannt.

Die Cannabispflanze

Ihren Ursprung hat die Pflanze in Zentralasien, wo sie früh als Heil- und Wundermittel zur Linderung von Beschwerden bei Krankheiten wie Rheuma und Malaria verwendet wurde. Durch die berauschende Wirkung von Cannabis, die der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) hervorruft, wurde die Anpflanzung der Hanfgewächse im Jahre 1961 verboten. Damals ließ man außer Acht, dass die Pflanze durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe weitere bedeutende Möglichkeiten zur Verwendung bot.

Die Erforschung der Cannabinoide

In den 1970er Jahren erforschten Wissenschaftler die Strukturen der Cannabinoide und entdeckten, dass diese die Wirkungen der Pflanze herbeiführen. Fortan wurde Cannabis für die Medizin interessant und weiter untersucht. Seit dem Jahre 1996 ist der Anbau von Hanf erneut erlaubt, muss genehmigt werden und darf keine berauschenden Stoffe (Tetrahydrocannabinol) beinhalten.

Bei der Erforschung stellte sich heraus, dass Hanfpflanzen mehr als 400 unterschiedliche Wirkstoffe enthalten, von denen über 80 den Anteil an Cannabinoiden darstellen. Davon bilden den größten Teil Tetrahydrocannabinol (THC), CBD und Cannabinol (CBN), die in der Pflanze überwiegend als Carbonsäuren vorliegen. Diese Wirkstoffe lindern Schmerzen oder betäuben sie, wobei der medizinische Einsatz zum Teil umstritten ist, da das Verhalten von Risiko und Nutzen nicht eindeutig geklärt ist.

THC wirkt psychoaktiv und berauschend, es beeinflusst die Funktion des Hirns, löst Euphorien aus, lässt die Muskeln erschlaffen und senkt den Blutdruck. Zudem beeinträchtigt es die Auffassungsgabe sowie Wahrnehmung und ruft Stimmungsschwankungen hervor. Wegen der negativen Nebenwirkungen werden Medikamente mit dem Wirkstoff THC ausschließlich bei schwerwiegenden Erkrankungen wie AIDS und Krebs verwendet.

CBD-Extrakt ist nicht psychoaktiv, wirkt nicht berauschend, sondern entspannend und bietet umfangreiche medizinische Vorteile, die bedenkenlos zu nutzen sind. Seine besonderen Eigenschaften aus medizinischer Sicht sind, das es entzündungshemmend, entkrampfend und Angst lösend wirkt sowie Übelkeit beseitigt. Der größte Anteil des wertvollen Wirkstoffes ist in dem Indischen Hanf enthalten (Cannabis Indica), während Nutzhanf (Cannabis Sativa) weniger von dem Inhaltsstoff aufweist. Die Forschung hat bewiesen, dass CBD-Extrakt in der Lage ist, die psychoaktiven Eigenschaften von THC zu blockieren.

Cannabinoid-Rezeptoren

Bei der Erforschung von Cannabis stellte sich heraus, dass Rezeptoren im Körper des Menschen auf Rezeptoren reagieren, in in den Cannabinoiden enthalten sind. Die Rezeptoren des Menschen sind im ganzen Körper vorhanden, sowohl im Nervensystem als auch im Immunsystem. Die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 sind im Gehirn und im zentralen Nervensystem sowie anderen Organen enthalten. An diesen Stellen bindet sich das THC und verursacht psychoaktive Effekte. Die Rezeptoren CB1 beeinflussen die Schmerzempfindung, den Schlaf, Appetit sowie das Gedächtnis und die Stimmung.

Die Cannabinoid-Rezeptoren CB2 sind im gesamten menschlichen Körper, unter anderem im Magen-Darm-System und Immunsystem vorhanden. Ihre hauptsächliche Funktion besteht Vermutungen zufolge darin, dass sie Entzündungen im Körper regulieren. Beide Rezeptoren gehören zum Endocannabinoidsystem. Wenn man ihnen externe Cannabinoide hinzufügt, vermögen sie in dieser Kombination schwere Entzündungen zu vermindern. Es gibt noch weitere bisher unbekannte Rezeptoren, die noch zu entdecken sind, da die Erforschung des Endocannabinoidsystems verhältnismäßig neu ist.

Der Anbau von Nutzhanf

Vor dem Anbau von Nutzhanf wird zuerst eine Genehmigung eingeholt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat ca. 50 Sorten Hanf zugelassen. Zur Verwendung wird ausschließlich zertifiziertes Saatgut genehmigt, das den Gehalt an THC von 0,2 Prozent nicht überschreiten darf. Die Aussaat erfolgt zweimal im Jahr: in den Monaten April oder Mai sowie vier Wochen später. Der Faserhanf wird vorrangig für die Industrie angebaut und normalerweise in den Monaten Juli bis September geerntet. Wenn für medizinische Zwecke Hanfsamen zum Pressen von CBD-Öl benötigt werden, wird in den Monaten September und Oktober geerntet.

Cannabidiol-Öl

Die Samen werden bei Temperaturen von 40 – 60 Grad Celsius in Ölmühlen gepresst, sodass sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe behalten. Danach wird das Öl mit CBD-Extrakten angereichert. Das Öl enthält Inhaltsstoffe, die der menschliche Körper nicht herstellt. Es beinhaltet Mineralstoffe, Proteine, Vitamine, Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Zudem beinhaltet das Cannabidiol-Öl heilende Cannabinoide, von denen die wichtigsten folgende sind:

Cannabinoide, die im Cannabidiol-Öl enthalten sind

  • CBD-Extrakt, das chronische Schmerzen lindert, bei Krämpfen, Arthritis, Migräne, Entzündungen sowie bei Epilepsie und Krebs eingesetzt wird.
  • CBDA, das eine antiemetische Wirkung, gegen Übelkeit hilft und Krebszellen abtötet.
  • CBC, das entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt sowie die Erneuerung der Zellen begünstigt.
  • CBN, das geringfügig psychoaktiv ist und Angstzustände verringert. Des Weiteren senkt es den Innendruck der Augen.
  • CBG, das antibakterielle Eigenschaften aufweist.

Weitere wertvolle Inhaltsstoffe

An Fettsäuren enthält das Cannabidiol-Öl Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren, Gamma-Linolsäure und Vitamine. Die Fettsäuren tragen zur Gesunderhaltung des Körpers und Organismus bei, indem sie die Zellerneuerung und deren Regeneration bewirken, entzündunghemmend wirken und den Blutdruck senken. Gamma-Linolsäure bietet einen weiteren entzündunghemmenden Wirkstoff und eignet sich bei Hautproblemen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis. An Vitaminen hat das Öl große Mengen von Vitamin E vorzuweisen, das Schlaganfällen, Herzinfarkten, Alzheimer und Krebs vorbeugt und als Anti-Aging-Vitamin bekannt ist. Weitere Vitamine sind B1, das den Serotoninspiegel ansteigen lässt und bei Depressionen hilft sowie das Co-Enzym Vitamin B2.

Cannabidiol-Öl ist reich an Spurenelementen und Mineralstoffen, wie Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium, Zink, Phosphor, Kupfer, Magnesium und Natrium. Sie transportieren unter anderem Sauerstoff durch das Blut, begünstigen den Wasserhaushalt, unterstützen Knochen und Zähne, bilden rote Blutkörperchen, unterstützen das Bindegewebe und begünstigen das Immunsystem. Einige beeinflussen den Blutkreislauf und Elektrolythaushalt, sind am Stoffwechsel beteiligt und sorgen für die Regeneration der Haut.

Anwendung von Cannabidiol-Öl

Cannabidiol-Öl besitzt besondere Eigenschaften, die Krankheiten und Schmerzen lindern oder beseitigen, entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Es wird entweder in Form von Tropen oder Sprays oral eingenommen. Bei Muskelschmerzen, Rheuma und Arthrose leistet es hervorragende Dienste, indem es auf den schmerzenden Stellen einmassiert wird. Für Massagen eignet sich Öl mit 1,0 %, 1,7 % oder 2,9 % CBD. Auch zur Körper- und Hautpflege eignet sich Hanföl hervorragend. Insbesondere empfindliche Haut pflegt es perfekt durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften. Im Folgenden werden Krankheiten beschrieben, die durch Cannabidiol-Öl gelindert und beseitigt werden:

  • Diabetes: Cannabidiol-Öl bietet eine gute Maßnahme, um gegen Diabetes Typ II zu wirken. Studien an übergewichtigen Mäusen haben ergeben, dass bei der Verabreichung des Öls kein Diabetes auftrat, obwohl dieses durch die Essgewohnheiten hätte auftreten müssen. Eine andere Gruppe erhielt kein Öl und erkrankte zum größten Teil.
  • Multiple Sklerose: Eine weitere Studie an Mäusen ergab, dass sich der allgemeine Zustand und die Bewegungsfähigkeit der Tiere durch die Einnahme der Tropfen verbesserte.
  • Morbus Crohn: Das CBD-Öl wirkt entzündungshemmend, sodass es die Darmflora positiv gegünstigt. Der Beweis ist durch eine Vielzahl an Erfahrungsberichten zu belegen.
  • Fibromalgie: Eine Studie an Patienten mit der Krankheit Fibromalgie ergab, dass sich bei der Einnahme des Öls der Krankheitszustand deutlich verbesserte, während eine andere Gruppe traditionell behandelter Patienten keine Verbesserung erzielte.
  • Asthma: Asthma lässt sich gut mit CBD-Öl behandeln, da es entzündungshemmend wirkt und das Immunsystem anregt.
  • Allergien: Patienten mit Allergien profitieren von dem Öl, weil es das Immunsystem stärkt und die Abwehrkräfte gegen Allergien vorgehen.
  • Akne: Jugendliche in der Pubertät sowie ein großer Teil von Erwachsenen plagen sich mit Hautproblemen wie Akne und unreiner Haut. Hier wirkt das Cannabidiol Öl durch seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Der Fettgehalt der Haut wird durch das Öl dauerhaft reduziert.
  • Schlaflosigkeit: Die natürlichen und pflanzlichen Inhaltsstoffe im Cannabidiol-Öl bewirken, dass es gut gegen Schlaflosigkeit wirkt. Müdigkeit ist eine der Nebenwirkungen von dem Öl, wenn es höher dosiert wird.
  • Nikotinsucht: Studien belegen, dass das Öl hilfreich ist, um sich das Rauchen abzugewöhnen. Raucher inhalierten das Öl, wenn sie Drang nach einer Zigarette verspürten und die Lust auf Rauchen ließ spürbar nach.
  • Stress und Angstzustände: Cannabidiol-Öl ist durch seine beruhigende Wirkung bekannt, sodass es ausgezeichnet gegen Stress, Angststörungen und Beklemmungen wirkt.

Zu weiteren Krankheiten, die erfolgreich durch Cannabidiol-Öl gelindert oder verbessert wurden, zählen Migräne, Meningitis, Parkinson, Schizophrenie, chronische Darmentzündung, Depressionen, Alzheimer, Hepatitis, Epilepsie, Nervenkrankheiten und Hepatitis.

Dosierung von Cannabidiol-Öl

Bei der Verabreichung von Cannabidiol-Öl ist es wichtig, dass die exakte Dosierung eingehalten wird. Je nach Krankheit und Gewicht sind die Dosierungen unterschiedlich.

  • Bei leichten Beschwerden reichen drei Tropfen eines 5-prozentigen Cannabidiol-Öls aus, das morgens und abends eingenommen wird. In der folgenden Woche wird die Dosis auf fünf Tropfen erhöht.
  • Menschen mit schwerwiegenden Problemen oder mehreren Beschwerden nehmen die gleiche Dosis zu sich und zusätzlich in der dritten Woche täglich auf 3 Dosierungen pro Tag übergehen.
  • Bei Schlafstörungen, Nervosität und Magen-Darm-Verstimmungen reicht ein 2-prozentiges Öl aus, das entweder drei Mal täglich oder abends und morgens mit drei Tropfen behandelt wird.
  • Bei chronischen Beschwerden und schweren Krankheiten wird ein 10-prozentiges Cannabidiol-Öl empfohlen, von dem morgens und abends vier Tropfen einzunehmen sind. In den folgenden zwei Wochen wird die Dosis jeweils um einen Tropfen erhöht.

Eine entscheidende Rolle bei der korrekten Dosierung spielt das Gewicht und die Konzentration des Öls. Die Angaben in der Tabelle geben Auskunft über Dosierungen für ein durchschnittliches Körpergewicht, das bei Frauen 60 kg und bei Männern 90 kg beträgt. Wichtig ist, dass mit einer niedrigen Dosierung begonnen wird, die langsam erhöht wird. Bei Ermüdungserscheinungen wird eine Reduzierung der Tropfen oder eine Pause empfohlen. Bei der oralen Einnahme werden die Tropfen unter die Zunge gelegt, wo sie zunächst verbleiben und nach 1 – 2 Minuten herunterzuschlucken sind. Wer den bitteren Geschmack des Cannabidiol-Öls nicht mag, hat die Möglichkeit, die Tropfen auf etwas Zucker zu geben. Um sicher zu gehen, ob die Dosierung stimmt, befinden sich im Internet spezielle Dosierungsrechner für das Öl. Letztendlich erteilen Apotheker oder Heilpraktiker Auskünfte und Ratschläge.

Nebenwirkungen

In der Anfangsphase können leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen und Schwindelgefühle auftreten. Übelkeit, Appetitlosigkeit und Ermüdungserscheinungen sind seltener zu beobachten. Weil das Cannabidiol-Öl reinigend wirkt, sind Symptome möglich, die bei einer Grippe gespürt werden. Für Schwangere gilt das gleiche wie bei den meisten Medikamenten, sodass sie auf das Öl verzichten sollten.

Studien mit Cannabinoiden

Wissenschaftliche Studien haben einen großen Fortschritt in der Krebsforschung erzielt. Sie haben ergeben, dass Cannabinoide Tumorzellen zerstören, indem sie den selbstzerstörenden Prozess der Krebszellen aktivieren. Einen bedeutenden Vorsprung in der Erforschung von Alzheimer wurde in Spanien erreicht. Das Ergebnis bewies, dass mit Cannabinoiden die Blutgefäße erweitert werden und den Blutdruck vermindern.

Neueste Studien mit epileptischen Kindern haben ergeben, dass sich ihr Krankheitszustand bei der Verabreichung von Medikamenten mit CBD-Extrakten deutlich verbesserte. Die Krämpfe bei Anfällen ließen um die Hälfte oder teilweise ganz nach. Bei Patienten mit Davet Syndrom reduzierten sich die Krämpfe um 62 %, während 13 % keine Krämpfe erlitten. Bei Patienten, die am Lennox-Gastaut Syndrom leiden, verminderten sich die Krämpfe um 71 %.